Konzeption

Leitbild der Christlichen Kindertagesstätte „Pusteblume“

„Kinder sind unser größter Schatz. Sie sind einzigartig, von Gott geschaffen,

 Ihre Eigenständigkeit und Kreativität bekommen Raum und Herausforderung.“

Im Grünen Gewölbe in Dresden gibt es einen Raum, in dem sich nur ein einziges Schmuckstück befindet.  Wände und Lichtquellen sind so beschaffen, dass der Betrachter sich der funkelnden Schönheit der Diamanten nicht entziehen kann. Alles in diesem Raum unterstreicht die Besonderheit dieser Brosche.

Unser Haus soll eine „Schatzkammer“ für Kinder sein, ähnlich wie dieser Raum. 

Kinder sind unser größter Schatz. Sie brauchen Menschen, die ihre Einmaligkeit erkennen,

die mit ihnen positive Beziehungen eingehen, und auf deren Gesichtern sich die Strahlen der Kinder widerspiegeln.

Sie brauchen eine Lernumgebung, in der sie sich entfalten können und ihren Platz in der Gemeinschaft finden.

Wir glauben, dass Gott jeden Menschen geschaffen hat. Es ist unsere Aufgabe, diesen kleinen Menschen zu behüten und ihm alles zu geben, damit er zu dem wird, was Gott für ihn vorgesehen hat.

Unsere 3 Schwerpunkte

Religiöse Grunderfahrungen und Werteentwicklung

Die religiöse Erziehung im Geist des Evangeliums ist uns ein unverzichtbarer Teil der pädagogischen Arbeit und gehört nicht nur zum Bildungsauftrag der Evangelisch- Lutherischen Kirche Deutschlands, sondern ist auch im sächsischen Bildungsplan verortet. Die vorfindbaren Werte, Sozialformen, Antworten und Orientierungshilfen bieten wertvolle Lebenserfahrungen.

Jedes Kind ist einmalig, wunderbar geschaffen. Es wird geachtet und erfährt Nächstenliebe, Anerkennung und Geborgenheit. Es wird in seiner Einzigartigkeit angenommen, mit seinen Bedürfnissen, seinen Begabungen, seiner Angst, seinen Fragen, in seiner Gestalt…

Es erfährt Rücksicht, Akzeptanz und Toleranz, Anerkennung und Grenzen.

Die Kindertagesstätte bildet eine wichtige Basis, um Kindern und ihren Eltern Kontakt mit religiösen Fragestellungen zu ermöglichen.

  • Wir begleiten Kinder in  grundlegenden Jahren ihrer Entwicklung und eröffnen ihnen Zugänge zum christlichen Glauben
  • Wir nehmen Kinder wahr im Umfeld ihrer eigenen Familie und verstehen uns als Erziehungspartner
  • Kindertagesstätten sind Orte früher Bildung, in denen Grunderfahrungen und Kompetenzen erworben werden, die das Zusammenleben in der Gesellschaft ermöglichen und bereichern.

(vgl. Leitlinien für evangelische Kindertagesstätten, Diakonisches Werk der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens)

Inklusion

Kinder mit den unterschiedlichsten Lebenssituationen sollen in unserer Kindertagesstätte zusammen leben. Die gute Ausstattung unseres Hauses macht es möglich, dass jedes Kind aufgenommen werden kann, ganz gleich welche Behinderung es hat.

JEDES KIND IST UNS WILLKOMMEN!

Grenzen werden uns nur gesetzt, wenn wir die personellen und materiellen Bedingungen, die ein Kind braucht,  nicht erfüllen können.

Da wir immer von der Frage ausgehen, was braucht dieses Kind ,  ist es für uns selbstverständlich, auch bei jedem Kind mit erschwerten Lebensbedingungen diese Frage zu stellen. Räumliche und personelle Bedingungen werden auf die Bedürfnissen der Kinder abgestimmt.

In allen Gruppen unseres Hauses wird Inklusion gelebt.

Gemeinsam mit Eltern, dem Erzieherteam, Therapeuten und Ärzten suchen wir nach besten Bedingungen für jedes Kind.

Bewegungsförderung

Bewegung ist ein grundlegendes Bedürfnis von Kindern.

Durch Bewegungen treten Kinder mit ihrer Umwelt in Kontakt. Motorische und sensorische Erfahrungen sind von Anfang an miteinander verschränkt. Bewegung ist deshalb ein zentrales Element des kindlichen Bildungsprozesses und Voraussetzung für kognitive, interaktive und sprachliche Fähigkeiten. Je vielfältiger  und umfangreicher die Bewegungsmöglichkeiten für Kinder sind, desto besser sind auch Ihre Entwicklungschancen.

In allen Räumen unseres Hauses und natürlich auch im Garten befinden sich die vielfältigsten Bewegungsmöglichkeiten, die den ganzen Tag von den Kindern genutzt werden können.

Unser Bild vom Kind

Jedes Kind ist von Anfang an ein hochkompetentes Wesen. Es bringt die Bereitschaft mit, zu lieben, zu lernen, sich zu entfalten. Es ist neugierig und wissbegierig. Es will wissen, wer bin ich, zu wem gehöre ich, was kann ich.

Erwachsene müssen dem Kind durch gute Beziehungsangebote helfen, seine Bereitschaften zu entwickeln. Sie müssen das Kind dabei unterstützen, sich mit sich selbst auseinander-zusetzen. (Exploration). Gute Bindung schafft gute Bildung!!!

Eine der ersten Entwicklungsaufgabe eines Kindes ist das Streben nach sicherer Identität:

Vom ICH (2 – 3 Jahre)  zum DU (3-7 Jahre) zum WIR (ca. ab 7 Jahre) 

Die Rolle der pädagogischen Fachkräfte

Pädagogische Fachkräfte in unserer Einrichtung sind für Kinder:

  • Beschützer
  • Vorbild
  • Begleiter
  • Ermöglicher, Herausforderer       

Beschützer

Nur wenn das Kind sich sicher und wohl fühlt, kann es sich öffnen und sich neuen Herausforderungen stellen. Die pädagogischen Fachkräfte gehen mit dem Kind eine positive Beziehung ein. Sie bieten dem Kind eine sichere Basis außerhalb der Familie.

Vorbild

Kinder suchen sich stets Vorbilder, an denen sie sich ausrichten. Sie übernehmen Haltungen,

Sprache, Einstellungen, alle Äußerlichkeiten…

Die pädagogische Fachkraft ist immer auch Lerngegenstand für das Kind. Darum ist es wichtig, die eigene Person ständig zu reflektieren und an der Konzeption neu auszurichten.

Begleiter

Bildung ist immer eine Eigenaktivität des Kindes. Die pädagogische Fachkraft kann die Entwicklung des Kindes nur begleiten. Dabei beobachtet sie genau, und stellt dem Kind die Lernumgebung zur Verfügung, die es braucht. Sie achtet dabei auf die Signale des Kindes.

Ermöglicher, Herausforderer

In unserer Einrichtung übernehmen die Pädagogen die Rolle eines Ermöglichers und die eines Herausforderers auf dem individuellen Entwicklungsweg eines jeden Kindes. Sie helfen den Kindern sich Fähigkeiten anzueignen, die in der modernen Gesellschaft erforderlich sind, wie selbständiges Denken und Handeln, um eigenständig ihr Leben zu planen, sich Wissen zu erwerben, Verantwortung zu übernehmen, sich an Veränderungen anzupassen und darauf zu reagieren.

Die Erzieher sehen die Kinder als Partner an, nehmen sie ernst und trauen ihnen zu, sich selbst zu bilden.

Pädagogischer Ansatz

Unser pädagogisches Konzept folgt der Spiel- Raum- Bildung, nach  G. E. Schäfer.

Schäfer sieht im Raum, in dem sich ein Kind aufhält den „ersten Erzieher“. Das Kind muss für sich in diesem Raum lohnende Ziele finden, um eigenständig tätig zu werden. Diese Räume müssen angemessen sein an die Bedürfnisse des Kindes, an seine Interessen und Ziele.

Sie bieten vielfältige Möglichkeiten für das Kind, eigene Erfahrungen zu machen, diese zu überprüfen und in Worte zu fassen.

Leitende pädagogische Gedanken zu Spiel- Raum- Pädagogik

  • Das Kind unterscheidet nicht in Spielen, Lernen und Arbeiten. Spielen ist Bildung für das Kind.
  • Kinder verbinden immer einen Sinn mit dem was sie spielen, sie können nicht sinnlos spielen.
  • Im Spiel gebrauchen die Kinder immer alle Formen körperlich, sinnlicher Erfahrung, szenischer oder bildhafter Vorstellungen, subjektiver Phantasien, sprachlichen oder nichtsprachlichen Denkens, sowie des sozialen Austausches und der Verständigung.
  • Das Spiel folgt immer einem eigenen Rhythmus. Wo er gefunden wird (und nicht durch Zeitpläne von außen gestört wird), entsteht eine zeitliche Ordnung:
  • Anfang und Ende / Höhepunkt und Phasen des Dahingleitens /  An- oder
  • Aufregung und Entspannung /  Versunkensein und körperlich Agieren.

Leitende pädagogische Grundgedanken des Spiel-Raum-Konzeptes:

  • Jeder Mensch kann sich nur selbst bilden, er kann nicht gebildet werden.
  • Damit Erfahrungen verankert werden, muss das Kind in allem was es tut, einen Sinn erkennen, es muss bedeutungsvoll werden. Dieser Sinn erschließt sich in subjektiv, biographischen Dimensionen. Das bedeutet, dass eine Erfahrung erst innerhalb einer Lebenserfahrung Sinn machen muss, bevor der sachliche Sinn wahrgenommen wird.
  • Das Kind muss eine bedeutungsvoll, strukturierte Umwelt vorfinden, deren Angebote es als Bildungsbausteine nutzen kann.
  • Bevor Bildungsprozesse unterstützt werden können, muss sich dem Erwachsenen der Sinn der kindlichen Aktivität erschließen.
  • Kinder benötigen eine Lernwelt, die die Neugier anregt und Herausforderung bietet, aber auch zulässt, dass das Kind Fragen stellt und Veränderungen der Umwelt oder seines Gedankengebäudes anstrebt.
  • In diesem Lernprozess braucht das Kind Dialogpartner, die ihm helfen, Worte für das Geschehen zu finden und mit ihm in sprachlischen Austausch treten.

Bildung aus erster Hand

Hinter diesem Begriff steht das Lernen des Kindes aus eigenen Erfahrungen heraus, aus dem was es selbst wahrnimmt, ordnet, in Bilder fasst und in Sprache übersetzt.

Für die frühkindliche Bildung ist Lernen aus erster Hand unumgänglich.

Wenn sich dann schließlich das Kind als erfolgreicher Erforscher seiner Um- und Mitwelt erlebt, erst dann wird es Nutzen aus einem Lernen aus zweiter Hand ziehen können.

Lernen aus zweiter Hand ist Wissen und Erfahrung, dass eine zweite Person übermittelt.

Dabei ist es wichtig, dass dieses Lernen von Anderen an den bereits gemachten Bildern und Theorien des Kindes ansetzt. Lernen aus erster und zweiter Hand müssen aufeinander aufbauen.

Werkstatt für Bildungsprozesse:

Das Konzept Spiel- Raum- Bildung strebt eine Art Werkstatt für Bildungsprozesse an.

Am Anfang eines Bildungsprozesses steht ein Sichtrauen, es muss gehandelt werden und die Konsequenzen werden erfahren. Gleichzeitig werden sie als körperlich, sinnlich und zeitlich mitgestaltete geistige Prozesse erfahren. So ist mit „Werkstatt“ nicht nur ein fester Ort gemeint, sondern auch ein imaginärer Raum, in dem Erfahrungen gemacht werden können.

In einer Werkstatt gibt es Erwachsene, die sich durch ihre persönliche Lebensgeschichte besondere Fähigkeiten angeeignet haben. So werden sie für die Kinder zum Lerngegenstand.

Sprache begleitet alle Prozesse in einer Werkstatt.

So wird Zeit, Raum und Inhalt aller Aktivitäten der Kinder untereinander und aller Interaktionen mit Erwachsenen zu einer Werkstatt.

Soziale Werkstatt – Inklusion

Mit jedem neuen Kind verändert sich die Gemeinschaft der Kinder.

(Beispiel: Wenn gelbe und blaue Farbe gemischt wird, entsteht eine neue Farbe)

Dabei geht es nicht nur um Kinder mit Behinderung, oder von Behinderung bedrohten Kindern. Jedes Kind hat bereits eine Lebensgeschichte, eigene positive und negative Lebenserfahrungen.

Nach unserem Leitbild muss sich jedes Kind in der Gemeinschaft wohlfühlen können.

Wir Pädagogen müssen uns fragen:

was braucht dieses Kind, um sich wohl zu fühlen und um zu lernen.

Die Grundaussage über integrative Pädagogik von Georg Feuser ist uns richtungsweisend:

  • „Eine Pädagogik ist dann integrativ,
  • wenn alle Kinder in Kooperation miteinander,
  • auf ihrem jeweiligen Entwicklungsniveau
  • und mittels ihrer gegenwärtigen Wahrnehmungs,- Denk,- und Handlungskompetenz
  • und mit einem gemeinsamen Gegenstand lernen und arbeiten.

Gruppenstruktur

Altersgemischte Gruppen im christlichen Kindergarten „Pusteblume“

Kinder im Alter von 1 bis 3 und 3 bis 7 Jahre spielen und lernen gemeinsam.

In der Krippe gibt es 3 Gruppen mit jeweils 13 Kindern.

Im Kindergartenbereich gibt  es 7 Gruppen, mit unterschiedlicher Gruppenstärke. (12 bis 16 Kinder) Die Anzahl der Kinder richtet sich nach den Bedürfnissen der Kinder.

Gute Bindung = Gute Bildung

Die Kinder brauchen unterschiedlich lange, um eine Bindung zu den Erwachsenen und Beziehungen zu anderen Kindern aufzubauen. Das ist für manche Kinder schwere Arbeit, die ständig überprüft und erprobt werden muss. Ist eine emotionale stabile Bindung zur Gruppenerzieherin gelungen, fühlt sich das Kind sicher, und kann sich voll „auf Entdeckungsreise“ begeben. Auch ist es wichtig, dass das Kind seine Stellung in der Gruppe gefunden hat, um Spielpartner zu haben und somit gemeinsam lernen zu können.

Wenn das Kind schon nach einem Jahr wieder  die Gruppe wechseln muss, beginnt der Beziehungsaufbau von Neuem, auch wenn er vielleicht in der vorhergehenden Etage noch gar nicht abgeschlossen werden konnte. Somit erlebt das Kind Verunsicherung, die dem Aufbau eines positiven Selbstwertgefühls und dem Lernen nicht zuträglich ist. Das Kind wird in seinem Entwicklungsprozess gebremst.

Das Kind lernt nur dann nachhaltig, wenn es sich angenommen fühlt, wenn es weiß, dass diese Erzieherin, dieser Erzieher sich freut über sein Erzählen, über seine Bilder, über seine Fragen… über sein Dasein.

Gemeinsames Kennenlernen und Verstehen

Da die Kinder mindestens 2 Jahre in einer Gruppe bleiben, lernen die pädagogischen Mitarbeiter die Kinder und ihre Familien intensiver kennen. Die Kinder fühlen sich verstanden und müssen weniger durch auffälliges Verhalten die Aufmerksamkeit auf sich lenken. Die Erzieherin weiß was das Kind braucht, um sich wohl und sicher zu fühlen, kennt seine Interessen und kann so die Bildungsumgebung der Kinder angemessen gestalten.

Besonders Kinder in problematischen Lebenssituationen sind darauf angewiesen, dass sie verstanden werden und dass sie jeden Tag von einer ihnen vertrauten Umgebung empfangen werden.

Auch für die gemeinsame Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern, Großeltern, pädagogischen Mitarbeitern, Therapeuten…ist der Aufbau einer vertrauensvollen Beziehung wichtig. Die Begleitung eines Kindes über einen längeren Zeitraum lässt diese Beziehung wachsen.

Kinder lernen von Kindern

Kinder lernen am liebsten und am intensivsten durch andere Kinder. Sie beobachten, ahmen nach, erklären sich einander die wichtigen Dinge des Lebens. Sie verstehen sich untereinander besser, weil der Wissensabstand und die Erfahrungswelt nicht so weit von einander entfernt sind wie zu Erwachsenen. Auch ist die Bereitschaft höher, das Vorbild oder die Erklärungen des anderen Kindes zu akzeptieren, da sie sich auf gleicher Statusebene (Kind) befinden.

Die Kleinen profitieren von den Interaktionen mit den Großen, da diese sich besser in ihren Sprachstil auf die Kleineren einstellen können. Die Größeren sind in der Regel rücksichtsvoller und hilfsbereiter gegenüber den Jüngeren, bieten Trost und emotionale Unterstützung an. Das wirkt sich sehr positiv auf das Klima der Gruppe aus. Die größeren Kinder wachsen in ihrem Verantwortungsbewusstsein und lernen sich in die Lage von anderen hineinzuversetzen. Wenn die Großen den Kleineren etwas erklären, erweitern und festigen sie ihr Wissen.

Je verschiedener die Kinder sind, desto größer ist das Lernpotential in der Gruppe. 

Jeder kann etwas besonders gut, erhält die Möglichkeit seine Begabung einzubringen und weiterzuentwickeln. 

Kinder mit Altersrückständen werden nicht zu Außenseitern, da die  Kinder alle auf verschiedenen Entwicklungsstufen stehen. Es entsteht weniger Leistungsdruck, da es weniger Konkurrenzverhalten und Vergleichen gibt durch Gleichaltrige.

Rahmenbedingungen für altersgemischte Gruppen

  • Die Gruppenstärke beschränkt sich auf 11 – 16 Kinder
  • Auf jeder Etage befindet sich ein Raum, in dem Kinder auch während der Mittagsruhe spielen können. (ab 13.00 Uhr)
  • In jedem Gruppenraum werden Spiel- und Bastelmaterialien für alle Altersstufen vorgehalten und nach den Bedürfnissen der Kinder erweitert.
  • Die Höhe der Tische und Stühle muss den Größen der Kinder entsprechen.

Offene Arbeit

Am Prinzip der offenen Arbeit halten wir fest. Doch durch die kleineren altersgemischten Gruppen ist nicht nur das Loslösen, das „Ausstreben“ der Kinder möglich, sondern auch das „Gehalten werden“ (vgl. Schäfer , Bildungsprozesse im Kindesalter, S. 49) in einer kleinen überschaubaren Gruppe. Den pädagogischen Fachkräften gelingt es besser, alle Kinder im Blick zu haben und die aktuellen Bedürfnisse des einzelnen Kindes zu erfüllen. Es ist wie Ein- und Ausatmen, Auseinanderstreben und Zusammenkommen, Leiten und Führen (vgl.Maria Aarts, Marte Meo- Ein Handbuch, S. 67) . Beides brauchen die Kinder.

Offene Arbeit heißt für uns:

  • Offen sein, für jedes Kind, für seine Bedürfnisse, für seine Wünsche, für seine Einzigartigkeit
  • Das Kind kann in einem klar abgesteckten Rahmen frei wählen, wo, mit wem, womit und wie lange es spielen möchte.

Beobachtung und Dokumentation

Folgende Beobachtungsinstrumente und Dokumentationsverfahren kommen in unserem Haus zur Anwendung:

  • Bildungs - und Lerngeschichten (für alle Kinder)
  • Grenzsteine der Entwicklung ( für Kindern, bei denen Entwicklungsrückstände vermutet werden)
  • ICF- CY
  • Schulfähigkeitsmerkmale nach Krenz

Die Dokumentation der Bildungsprozesse erfolgt durch Portfolio, Videoaufnahmen und Photos.

Das letzte Kindergartenjahr

Wir gehen davon aus, dass Kinder von Geburt an lernen und Erfahrungen sammeln.

Im letzten Kindergartenjahr müssen die Kinder nicht noch mehr lernen, aber sie haben andere Interessen. Manche Kinder beschäftigen sich schon intensiv mit ihrem Schulbeginn und mit dem Lernen in der Schule. Sie befinden sich schon in Aufbruchstimmung. Für andere ist die Schule noch mit Ängsten verbunden und weit entfernt.

So ist es wichtig, dass die Gestaltung des letzten Kindergartenjahres auf diese Interessen der Kinder eingeht und so den Übergang  vom Kindergarten in die Grundschule gestaltet.

Unsere Ziele:

  • Die Kinder erleben sich als Schulanfänger unseres Kindergartens.
  • Die Freude und das Interesse auf die Schule soll geweckt und erhalten werden.
  • Die Gruppenräume sind so gestaltet, dass alle Kinder die Möglichkeit haben alles zu lernen.
  • Durch gemeinsam entwickelte und gestaltete Projekte haben die Schulanfänger besondere Herausforderungen

Das Zuckertütenfest

Das Zuckertütenfest wird mit allen Kindern des Kindergartens gefeiert. Alle erleben  den Abschied von den  Schulanfängern. So erfahren alle Kinder etwas vom  Schulanfang, vom Großwerden und vom Wachsen, vom Abschiednehmen und von der Freude auf einen neuen Anfang.

Erziehungspartnerschaft

Wichtigste Partner für die Pädagogen sind die Eltern. Wir pflegen mit ihnen eine gute Zusammenarbeit. Wir bieten Beratungsgespräche an, führen Elternnachmittage und Elternkaffees durch, laden zu Themenelternabenden ein, beziehen sie in Fortbildungs-veranstaltungen ein und vermitteln Hilfen, z. B.: Therapieangebote, Erziehungsberatung…

Um die pädagogische Arbeit transparent zu gestalten, können Eltern täglich ab 15.00 Uhr  in den Kindergarten kommen, um mit den Kindern zu spielen oder auch nur um wohlwollend zu beobachten.

Aufnahme

In der Regel findet die Aufnahme neuer Kinder immer im August und September statt. Da die Schulanfänger unser Haus verlassen, werden Plätze frei und können neu belegt werden.

1. Schritt

Sie füllen das Aufnahmeformular unserer Kindertagesstätte aus und geben es im Büro unserer Kita ab. Sie können es natürlich auch mit der Post schicken oder per Mail versenden.

2. Schritt

Sie erhalten im Herbst, vor dem Aufnahmejahr einen schriftlichen Bescheid, ob Ihr Kind in unsere Kindertagesstätte aufgenommen werden kann.

3. Schritt

Im März oder April des Jahres, in dem die Aufnahme realisiert werden soll, findet ein erster Elternabend statt.

Hier erhalten Sie alle Unterlagen, erfahren welche Gruppe Ihr Kind besuchen wird und lernen die Erzieherin/ den Erzieher kennen. Hier werden erste Absprachen über den Beginn der Eingewöhnungszeit getroffen und Sie erhalten Informationen über den Kindergartenalltag.

4. Schritt

Ab Juni beginnen für alle Krippenkinder Spielnachmittage.

Einmal in der Woche werden Sie mit Ihrem Kind für eine Stunde in den zukünftigen Gruppenraum Ihres Kindes eingeladen. Die Kinder machen erste Erfahrungen mit Ihren Erzieherinnen und den Kindern. Sie haben die Möglichkeit, schon vor der Eingewöhnungszeit den Alltag im Kindergarten zu erleben und die Kinder und Eltern kennenzulernen.

Danach freuen wir uns auf die Zeit, in der Sie und Ihr Kind jeden Tag in unser Haus kommen wird.

Eingewöhnung

Für das Kind beginnt mit dem Eintritt in die Kindertagesstätte ein neuer Lebensabschnitt.

Viel Neues und Ungewohntes wird auf das Kind zukommen. Die Erzieherinnen und Erzieher möchten liebevolle Bezugspersonen für das Kind und kompetente Erziehungspartner für die Eltern werden.

Dem Kind  werden sich neue Perspektiven eröffnen, es wird lernen und sich weiterentwickeln.

Für die Eltern bedeutet dieser neue Lebensabschnitt „Loslassen“. Das kann manchmal sehr schwer sein. Aber je schneller Eltern Vertrauen in unsere Arbeit gewinnen, desto schneller wird sich das Kind der Erzieherin/ dem Erzieher anvertrauen. Es muss spüren, dass auch die Eltern damit einverstanden sind, dass es sich nun anderen Menschen und Dingen zuwendet.

Regeln für die Eingewöhnungszeit in unserer Kindertagesstätte:

  • Rechnen Sie mit einer Dauer von mindestens 14 Tage vor Vertragsbeginn.
  • Kommen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind zunächst für eine kurze Zeit in die Kindertagesstätte (nach vorheriger Absprache mit der Gruppenerzieherin)
  • Setzen Sie sich bitte im Zimmer oder im Garten an einen festen Platz. Dann weiß Ihr Kind immer wo Sie zu finden sind.
  • Laufen Sie Ihrem Kind bitte nicht hinterher.
  • Möchte Ihr Kind erst einmal bei Ihnen bleiben, lassen Sie es zu. Schauen Sie gemeinsam mit Ihm dem bunten Treiben zu. Die „Entdeckungsreise“ beginnt das Kind von selbst.
  • Bitte bringen Sie kein Spielzeug mit. Sie ermöglichen Ihrem Kind so die Neugier auf Spielzeug im Gruppenraum.
  • Die Erzieherin/ der Erzieher wird mit Ihnen absprechen, wann der Zeitpunkt gekommen ist, dass Sie für eine kleine Weile das Zimmer verlassen. Dabei wird deutlich, ob die Beziehung zwischen Ihrem Kind und der Erzieherin schon tragfähig ist.
  • Die Eingewöhnungszeit ist abgeschlossen, wenn das Kind spürt, dass  die Erzieherin/ der Erzieher hier im Kindergarten sein „Beschützer“ ist, dem es sich anvertrauen kann und der sich über sein Dasein freut.